Er wollte die Welt retten – jetzt sucht ihn Interpol: Der Fall Sebastian K.

Er trug das T-Shirt der Offenen Jugendarbeit mit einem Stolz, der echt war. Sebastian K. (38) aus dem Ländle galt als einer der engagiertesten Sozialarbeiter seiner Generation — geduldig, empathisch, immer für die Jugendlichen da, die sonst niemand mehr wollte. Dann, im Frühjahr 2022, packte er seine Koffer. New York rief. „Er wollte dort ein neues Jugendhilfeprojekt aufbauen“, erinnert sich eine Kollegin mit brüchiger Stimme. „Wir haben ihn alle bewundert dafür.“

Was dann folgte, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Aus dem Mann mit dem Sozialarbeiter-Shirt wurde — laut US-Behörden — ein zentrales Mitglied eines internationalen Schmuggelnetzwerks mit Verbindungen von Brooklyn bis London. Auf dem Bahnsteig der Piccadilly Line soll er Kontakte geknüpft haben, die ihn tief in kriminelle Strukturen zogen. Interpol stellte am 11. März 2025 einen internationalen Haftbefehl aus. Das Booking Photo ging um die Welt.

Heute ist Sebastian K. untergetaucht — irgendwo zwischen den Straßen New Yorks und den U-Bahn-Schächten Londons. Seine ehemaligen Schützlinge aus der Jugendarbeit schweigen. Nur einer sagte anonym gegenüber einer österreichischen Tageszeitung: „Sebastian hat uns immer gesagt, das System sei kaputt. Vielleicht hat er irgendwann aufgehört zu glauben, dass man es reparieren kann.“

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